Willkommen zu einem neuen Wissenschaftsblog!

Das Anfertigen wissenschaftlicher Manuskripte für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in Fachzeitschriften ist wichtiger Bestandteil des Forscherlebens. Neues Wissen kann nur entstehen, wenn Forschungsergebnisse sichtbar sind und in einen größeren Kontext gesetzt werden können. Für den Forscher selber sind wissenschaftliche Publikationen wichtig, um die eigene wissenschaftliche Reputation aufzubauen, mit anderen Forschern im selben Fachgebiet in Kontakt zu kommen, und für die Einwerbung von neuen Forschungsgeldern. Allerdings sind Veröffentlichungen in Fachzeitschriften auch mit einigen Nachteilen verbunden. Erstens dauert der Veröffentlichungsprozess sehr oft mehrere Monate, zweitens sind publizierte Fachartikel nicht unbedingt für jeden interessierten Leser zugänglich aufgrund von Bezahlschranken, und drittens sind Fachartikel häufig für Nicht-Experten nicht verständlich.

Das Schlagwort für die Aufbereitung wissenschaftlicher Ergebnisse für ein breiteres Publikum ist Öffentlichkeitsarbeit. Als Forscher sind wir dazu verpflichtet, dem Steuerzahler und privaten Fördereinrichtungen zu erklären, wozu wir ihr Geld verwenden und warum das für die Gesellschaft von Bedeutung ist. Für mich als Ökologin ist es wichtig, den Menschen die komplexen Vorgänge in Ökosystemen verständlicher zu machen und aufzuzeigen, wie menschliches Handeln Ökosysteme verändern kann. Manchmal zeige ich den Leuten auch einfach nur die Schönheit der Natur. Menschen können nur etwas wertschätzen, dass sie auch kennen und verstehen.

Heutzutage ist es oftmals verpflichtend, in Fördermittelanträgen eine (überzeugende) Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit zu entwerfen. Ein Beispiel hierfür sind Anträge für das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation – Horizon 2020. Wissenschaftler können unzählige Ratgeber zum Thema Öffentlichkeitsarbeit im Internet finden, zum Beispiel diesen hier. Ein gutes Werkzeug, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen, ist ein Wissenschaftsblog – vorausgesetzt, der Blogger hat ein Talent fürs Schreiben. Ein Blog bietet die Möglichkeit, mit Menschen unabhängig von Ort und Tageszeit zu kommunizieren.

Ich lese sehr gerne gute Wissenschaftsblogs, aber bisher habe ich mich noch nicht getraut, selber einen ins Netz zu stellen. Allerdings erhalte ich seit kurzem Fördermittel aus Horizon 2020. In meinem Fördermittelantrag habe ich geschrieben, dass ich über mein vorgeschlagenes Projekt „CH4ScarabDetect“ bloggen werde, sollte ich das Projekt bewilligt bekommen. Und hier ist er also: mein erster Blogeintrag!

Auf dieser Seite werden Sie ungefähr alle zwei Wochen neue Einblicke in das Projekt „CH4ScarabDetect“ erhalten. In meinem nächsten Blogeintrag werde ich Ihnen meine neuen Forschungsobjekte vorstellen: Käferlarven (Spitzname: Bodenkühe – die Geschichte hinter dem Spitznamen erfahren Sie in dem Blogeintrag!). Fürs Erste finden Sie hier eine Übersicht über das Projekt. Derzeit noch komplett auf Englisch, aber deutschsprachiges Informationsmaterial wird in naher Zukunft auch zur Verfügung stehen.

Ich hoffe, Sie finden diesen Blog nützlich (oder wenigstens unterhaltsam) und ich freue mich über Fragen, Kommentare oder sonstiges Feedback von Ihnen.

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